Veganes Kürbiskern-Garum mit Koji im Reiskocher herstellen

· von Marco Romano · 3 Min. Lesezeit

Veganes Kürbiskern-Garum mit Koji im Reiskocher herstellen

Veganes Garum aus Kürbiskernen und Koji gehört zu den spannendsten Entwicklungen der modernen pflanzlichen Küche. Eine intensiv umami-reiche Würzsauce, die klassisches Fischgarum ersetzt und dabei komplett pflanzlich bleibt. Der Clou: Man braucht keine teure Fermentationskammer. Ein ganz normaler Reiskocher mit Warmhaltefunktion reicht völlig aus, um die konstante Temperatur zu halten, die die Koji-Enzyme für ihre Arbeit brauchen.

Was ist Kürbiskern-Koji-Garum überhaupt?

Garum war ursprünglich eine fermentierte Fischsauce aus der Antike, die Römer haben literweise damit gewürzt. Die vegane Variante ersetzt den Fisch durch proteinreiche pflanzliche Zutaten, in diesem Fall geröstete Kürbiskerne, die zusammen mit Koji (Aspergillus oryzae auf gedämpftem Reis oder Gerste) und Salzlake fermentiert werden. Die Enzyme im Koji knacken die Proteine und spalten sie in Aminosäuren auf. Genau dabei entsteht der tiefe, runde Umami-Geschmack, den man von Sojasauce oder Fischsauce kennt.

Warum der Reiskocher die ideale Inkubationsumgebung ist

Koji-Enzyme arbeiten am effektivsten bei 50 bis 60 °C während der Reifungsphase und bei 30 bis 35 °C während der eigentlichen Koji-Kultivierung. Die Warmhaltestufe (Keep Warm) der meisten handelsüblichen Reiskocher liegt erfahrungsgemäß zwischen 60 und 75 °C, das ist auf den ersten Blick zu heiß. Mit ein paar einfachen Kniffen lässt sich das aber gut regulieren:

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Zutaten vorbereiten

2. Mischen und einlegen

Die Kürbiskerne grob zerkleinern, mit dem Koji vermengen, das Salzwasser dazugeben und alles in ein großes, sauberes Einmachglas füllen. Gut durchrühren, bis eine gleichmäßige Paste entsteht, keine trockenen Klumpen zurücklassen.

3. Inkubation im Reiskocher

Das Glas, nur mit einem Tuch abgedeckt, ohne festen Deckel, in den Reiskocher stellen. Etwas Wasser auf den Boden des Topfes geben, so entsteht ein mildes Wasserbad. Warmhaltefunktion aktivieren und die Temperatur bei 55 bis 60 °C halten.

4. Tägliches Rühren

In den ersten zwei Wochen täglich umrühren, das verhindert Schimmelbildung und verteilt die Fermentation gleichmäßig. Danach genügt es, alle zwei bis drei Tage einmal durchzurühren.

5. Reifezeit

Je nach Temperatur dauert die Fermentation 3 bis 6 Wochen. Fertig ist das Garum, wenn es eine dunkle, bernsteinfarbene bis braune Farbe angenommen hat und rund, salzig-süßlich nach Umami schmeckt.

Worauf man achten sollte

Verwendung des fertigen Garums

Nach der Fermentation wird die Masse durch ein feines Sieb oder ein Tuch gepresst. Die Flüssigkeit kurz aufkochen (das stoppt die Enzymaktivität) und abfüllen. Das fertige vegane Kürbiskern-Garum eignet sich hervorragend für:

Fazit

Mit etwas Geduld und einem ganz gewöhnlichen Reiskocher lässt sich veganes Kürbiskern-Koji-Garum problemlos zu Hause herstellen. Die konstante, gut kontrollierbare Wärme der Warmhaltefunktion schafft ideale Bedingungen für die Koji-Fermentation, ganz ohne Spezialausrüstung. Wer etwas Geduld mitbringt und auf Hygiene sowie Salzgehalt achtet, wird am Ende mit einer tiefen, komplexen Umami-Würze belohnt, die klassischem Fischgarum in nichts nachsteht und dabei zu 100 % pflanzlich bleibt.

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